Studium und Mutter sein – ein Leben in zwei Welten

Nächste Woche beginnen die Vorlesungen für dieses Semester und somit geht für mich, ach was sage ich, für uns der Ernst des Lebens wieder los (für Sophia startet gleichzeitig das Leben als Kindergartenkind, aber dazu an anderer Stelle mehr). Da ich ein paar Dinge im Vorfeld abklären musste war ich die Tage schon in der Uni und irgendwie war das ein komisches Gefühl: Freude, Tatendrang, aber auch ein bisschen fehl am Platz zu sein. Das war schon in den vergangenen Semestern so, aber an dem Nachmittag fand ich in meinen Gedanken endlich die richtigen Worte dafür.

Studieren und gleichzeitig ein (kleines) Kind zu haben ist wie in zwei verschiedenen Welten zu leben.

Denn während meine Kommilitonen darüber diskutieren, welches Partyhighlight sie am Wochenende besuchen und sich darüber auslassen wie bescheiden es ist noch lernen zu müssen, während andere schon in den Urlaub aufbrechen, denke ich darüber nach, ob mein Kind die Impfung gut verträgt, wie wir am besten die nächste zahngeplagte Nacht überstehen und ob ich sie ruhigen Gewissens für vier Stunden der Oma überlassen kann um zu lernen. Ich gebe zu, manchmal ärgere ich mich dann über meine Mitstudenten, aber meist fühle ich mich einfach total deplaziert. Mein Leben dreht sich um ganz andere Dinge, ich habe eine ganz andere Verantwortung zu tragen. Vielleicht kommt auch manchmal etwas Neid hinzu. Dann wenn Sophia mich mal wieder auf die Palme gebracht hat und ich das Gefühl habe auch endlich mal wieder abends auf den Putz hauen zu wollen. Das sind aber seltene und kurze Momente.
Denn eigentlich mag ich mein Leben als Mutter. Ich liebe es, wenn Sophia sich mir nach einem halben Tag Trennung entgegenwirft, wenn sie sich an mich kuschelt und ein „Nasenbussi“ verlangt. Das ist dann auch die andere Seite vom Studentenmama-Dasein, das Kind interessiert es nicht ob Mama noch was für die Uni machen muss oder nicht. Auch mein Mann kann mit meinen Erzählungen über den Unialltag nicht allzuviel anfangen, auch wenn er geduldig zuhört. Und während sich die Dozenten und Studenten abends in den vielzähligen Kneipen zum Stammtisch treffen, sitz ich bei meiner Tochter am Bett bis sie eingeschlafen ist. Überhaupt scheinen Zuhause meine Uniprobleme oft eher unscheinbar und unwichtig.

Ich mag mein Leben so wie es ist! Ich gehe gerne in die Uni und wenn ich ganz ehrlich bin, war ich auch vor meinem Leben als Mutter keine Partygängerin. Es ist schön, dass mein Leben so erfüllt ist. Sowohl die Zeit daheim, mit meiner Tochter, als auch die Zeit in der Uni, wo mein Kopf endlich wieder gefordert wird genieße ich (fast) immer in vollen Zügen. Nur ab und an wäre es schön, etwas mehr Verständnis zu bekommen, sowohl in der Uni, als auch Zuhause. Ich lebe eben gerade in zwei Unterschiedlichen Welten.

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