Kinder brauchen Flügel!

Ich hatte euch versprochen von einer Begebenheit während unseres Urlaubs im Paradies zu berichten und zwar einer die mich immernoch beschäftigt.
Eigentlich könnte es eine alltägliche Szene sein, etwas über dem ich eigentlich stehen sollte. Eine Situation die jede Mutter aber bestimmt kennt. Ich wurde für meine Erziehung kritisiert und es hat sich angefühlt als würde man mein Dasein als Mutter in Frage stellen.

Durch einen blöden Nebensatz wurde ein Kernpunkt meiner, ich will nicht Erziehung sagen, sondern eher Philiosophie, kritisiert. Es ging darum, dass zwei Damen der Meinung waren, ich würde mein Kind nicht beaufsichtigen, denn es ist so: in einer Umgebung, die ich kenne und die ich hinsichtlich ihrer „Gefährlichkeit“ eingeschätzt habe, lasse ich meine Tochter sich frei bewegen. Und zwar ohne, dass ich auf Schritt und Tritt folge und sie womöglich auch noch alle zwei Sekunden ermahne dieses und jenes nicht zu tun. Klar, es gibt gewisse Spielregeln, die sie einzuhalten hat und bei denen es auch keinen Verhandlungspielraum gibt, aber dazwischen ist eben auch ganz viel Freiraum. Freiraum, der auch mal außerhalb meines Blickfeldes liegt, so lange ich mir sicher bin, dass ihr nichts passieren kann, aber immer in Hörweite.
Was soll ich sagen, das klappt wirklich gut und mir geht das Herz auf wenn ich Sophia dabei beobachte wie selbstbewusst sie die Welt erkundet. Natürlich macht sie auch mal Unfug oder rüttelt an einer der Spielregeln, wie sollte es anders sein, aber das sind dann auch die Momente in denen ich auch Eingreife.


Bisher hielt ich das für den besten Weg für uns. Den besten Weg für meine Tochter! Es scheint aber nicht immer der beste Weg für unsere Mitmenschen zu sein. Manche fühlen sich gestört, andere sehen nur die vermeintlichen Gefahren, die überall lauern. Meine Mutter bekommt regelmäßig Panik, wenn ich ihr Enkelkind mal alleine um die nächste Hecke biegen lasse. Manchmal verunsichert mich das und ich ratter in meinem Kopf ängstlich alle Gefahrenquellen durch. Und manchmal frage ich mich, ob ich da erziehungsmäßig bei Sophia was total verpasse, wenn ich ihr nicht ständig mit dem erhobenen Zeigefinger hinterher renne. Seh ich da in meiner Erziehung etwas gründlich falsch, oder ist unsere Gesellschaft einfach zu starr? Denn oft genug gibt es auch die andere Variante. Immer wieder werde ich darauf angesprochen wie herrlich selbstbewusst und selbstständig Sophia ist und wie erfrischend unkompliziert ich das alles sehe. Wenn wir mal ehrlich sind, schadet eine kleine Beule vom Hinfallen oder ein kleiner Schnitt im Finger vom der scharfen Kante wirklich so sehr? Oder sind das nicht vielleicht sogar die Dinge, die einen wachsen und reifen lassen?

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