Das Kleiderschrankdilemma

Wie eigentlich jeden Morgen stand ich heute früh vor meinem Kleiderschrank und wusste einfach nicht was ich anziehen soll. Ihr kennt das sicher, man steht da so, ratlos, vor seinem Schrank und während man die Klamottenstapel anstarrt beschleicht einen das Gefühl, dass man eigentlich gar nichts vernünftiges zum Anziehen hat. Ich behaupte mal das kennt jede Frau, ob Mutter oder nicht. Als Mutter kommt allerdings noch ein erschwerender Faktor hinzu: der Nachwuchs. Man hat gar nicht mehr die Zeit eine halbe Stunde (mindestens!) vor dem Schrank zu verbringen, um in Ruhe zu überlegen was an denn nun anzieht (und sich vielleicht drei, vier Mal vor dem Spiegel umzuziehen), weil das Kind gerne jetzt sofort etwas zu Essen möchte. Oder eine neue Windel braucht. Oder jetzt ganz dringend ein Buch vorgelesen bekommen will. Oder … na ihr wisst schon. Hat man doch mal die Zeit abzuwägen was man anzieht leisten sich Sehnsucht und Gewissen einen erbitterten Kampf. Die Sehnsucht in mir würde gerne den teuren, aber so kuschelig weichen und super sitzenden Kaschmirpullover anziehen, das Gewissen jedoch hält dagegen, ob ich von allen guten Geistern verlassen wäre so ein teures, empfindsames Teil anziehen zu wollen, wo ich doch ein zu 90% des Tages ein rotzendes Kleinkind an mir kleben habe. Und letztendlich greift man dann doch immer zu den selben Sachen. In meinem Fall Jeans, T-Shirt und Cardigan vom Klamottenschweden.

Vergangenes Wochenende hatte ich jedoch die Nase gestrichen voll!
Meine Mutter wollte schon ewig wieder einmal mit mir Shoppen gehen. So richtig gemütlich in tollen Läden nach tollen Klamotten schauen. Ich stand also Samstag Früh vor meinem Schrank und hatte wieder besagtes Problem. Was ziehe ich an? Wenn man in tollen Läden tolle Klamotten shoppen will kann man ja nicht rumlaufen wie Hausmutti (auch wenn das Kind dabei ist)! Zwar hatte ich dann einen einigermaßen annehmbaren Kompromiss gefunden, war aber total gefrustet. Warum habe ich so viele Sachen noch im Schrank, obwohl sie mir zu klein sind? Warum habe ich überhaupt so viele Klamotten, die ich nie anziehe? Und was ist überhaupt mein persönlicher Stil? Das hat mich das ganze Wochenende beschäftigt, so dass ich zum dem Entschluss gekommen bin: Es muss sich etwas ändern! Ich möchte meinen Schrank aufmachen und mich nicht ärgern müssen. Ich möchte meinen Stil finden und ihm treu bleiben. Und vorallem möchte ich aufhören das billige Zeug zu kaufen und anzuziehen, nur weil ich Bedenken habe, die guten Sachen zu ramponieren. Als Mutter steht so vieles hinten an, was einen selbst betrifft. Oft habe ich das Gefühl nur noch Mama zu sein und auch nur als solche wahr genommen zu werden. Kein Wunder wenn ich jeden Tag in meiner ausgebeulten Mamauniform herumlaufe. Es muss doch zu schaffen sein, eine Garderobe zu haben, die sowohl den Ansprüchen als Mutter als auch den persönlichen als gut aussehen wollenden Frau gerecht wird!

Genau das ist mein Ziel: Eine Garderobe aufbauen, in der ich mich wohl und gut aussehenden fühle, die aber auch ein Leben mit Kleinkind übersteht. Und das Ganze in meinem persönlichen Stil!
Einen Anfang habe ich gemacht, am Wochenende, beim Shopping mit meiner Mutter. Der zweite Teil folgt heute, wenn Sophia bei der Oma ist. Dann mache ich mich über meinen Schrank her und werde radikal aussortieren.

 

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2 Gedanken zu “Das Kleiderschrankdilemma

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