Unser Beikostweg

Schon lange steht dieser Post auf meiner „ToDo-Liste“ und nun endlich komme ich dazu ihn zu schreiben.

Das Thema Beikost hat mich ziemlich früh beschäftigt. In der Schwangerschaft schon bin ich auf das Konzept des BLW (Baby-Led-Weaning, mehr und genauere Infos hier) gestoßen. Ganz grob zusammengefasst: BLW sieht vor, dass das Kind von Anfang an selbst bestimmt alles essen kann (natürlich mit gewissen Einschränkungen). Das hat mich total angesprochen und ich war überzeugt, dass das „unser“ Weg wird. Aber wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders, zweistens als man´s denkt.

Erstmal hieß es jedoch den richtigen Zeitpunkt für den Beikoststart zu finden und das war gar nicht so einfach. Sophia konnte mit vier Monaten durchaus die kleinen Happen schon nach hinten transportieren, was in der Regel als Zeichen für die Beikostreife gilt, fand aber Essen doof. Also ließ ich es doch erstmal bleiben.
Irgendwann, natürlich genau an dem Wochenende, an dem ich mit meinem Mann zum ersten Mal seit der Geburt wieder alleine abends aus war, hatte Sophia einige Tage lang mit Bauchweh zu kämpfen. Sie war sehr unruhig und quängelig und hatte einen ganz wunden Po. Nach ein paar Tagen war das zum Glück wieder vorbei und was soll ich sagen? Von da an wollte sie plötzlich auch essen. Zu diesem Zeitpunkt war sie gute fünf Monate alt. Ich fing also an, ihr immer wieder mal etwas in die Hand zu drücken. Vorallem so Sachen wie ein Stück Brot oder eine Nudel oder auch ein Gemüsestick. Sie schnullte auch total wild darauf rum, aber wehe ein Stückchen verirrte sich in ihre Kehle … dann wurde gewürgt bis der Brocken ausgespuckt werden konnte. Schluckte sie doch mal aus Versehen etwas hinunter, schüttelte sie es. Also ließ ich mich dazu hinreißen doch mal ein Gläschen Brei zu probieren und siehe da, mein Kind putzte das komplette Gläschen weg. Wehe Mama kam auf die Idee irgendwas mit Stückchen anzubieten, Brei musste es sein.

Dahin also meine schöne Vorstellung, wie mein Kind von Anfang die Lebensmittel in ihrer wahren Form entdeckt und kennenlernt.
Auch jetzt, mit knapp zehn Monate mag Sophia keine Stückchen und boikottiert bisher jeden meiner Versuche doch zu BWL überzugehen. Inzwischen ist sie sehr geschickt darin die Stücke wieder vorzuwürgen und auszuspucken („Bähhh Mama, was soll das“ sagt mir ihr Blick dabei). Als ich meinen Eltern übrigens diesbezüglich mein Leid klagte, lachten sie nur und erzählten, dass ich genau so gewesen war. Hmm … da fällt der Apfel wohl nicht weit vom Stamm.
Aber ich bin hartnäckig. Nach wie vor biete ich Sophia Sachen für in die Hand an und so langsam schluckt sie auch immer öfter mal Stückchen mit runter. Wir gehen also den alten, üblichen Weg. Und auch wenn ich das doch etwas schade finde, ist es ok so. Es ist eben ihr Weg.

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