Wie ich mich regelmäßig bei anderen Müttern unbeliebt mache

Sitzen Mütter beisammen, kommt es früher oder später zu dem beliebten Thema „Schlaf“. In der Regel bricht dann ein kollektives Jammern los, bei dem jede Mutter eine andere Horror-Nacht beschreibt.

„Lisa kommt alle drei Stunden nachts.“
„Ach, wäre das schön! Jonas möchte jede Stunde gestillt werden!“
„Max wacht nach vier Stunden auf und möchte dann zwei Stunden getragen werden, bis er wieder einschläft.“

Nachdem ich anfangs mit Schwung in dieses Fettnäpfchen hüpfte, werde ich inzwischen immer ganz still bei diesem Thema. Denn … Sophia schläft seit sie ca. zwei Monate alt ist die Nächte eigentlich durch. Die Ausnahmen kann ich aktuell noch an einer Hand abzählen. Und meist waren das auch keine richtigen Horror-Nächte, sondern halt nur nicht ganz so gute Nächte.

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Irgendwann fällt es auf, dass ich so still bin und ich werde mistrauisch beäugt.
„Und, wie ist das bei Sophia mit dem Schlafen? Sie wacht doch auch sicherlich regelmäßig auf, ODER NICHT????“
„Ähm, ja, also ehrlich gesagt, ähm, nein.“
„Ja, wie?“
„Sophia schläft von acht bis halb sechs durch.“
„Okay, du stillst nicht, gell?
„Nein, leider nicht mehr“
„Ach na dann. Ja ihr Mütter mit den Flaschenkindern habt es da wesentlich leichter.“ Und der Blick fügt hinzu: Naja, ICH opfere mich für mein Kind auf und mute ihm nicht soetwas ungesundes wie Flaschnahrung zu.

Alternativ antworten vor allem Mütter mit etwas älteren Babys auch:
„Naja, wart mal ab, bis die Zähne kommen/das Kind mobiler ist/den nächsten Schub hat. Dann ändert sich das auch wieder.“

Jetzt mal ganz ernsthaft, so unter uns Müttern: Warum muss man die andere immer gleich verurteilen?
Ich würde gerne noch stillen! Und ich kann es ja selber nicht glauben, dass es so gut funktioniert und auch ich warte immer noch darauf, dass diese „wilden“, schlaflosen Nächte kommen. Bis jetzt blieben sie eben aus.
Dafür habe ich allerdings tagsüber Halligalli. Während andere ihre Babys tagsüber auch mal hinlegen und mit ihnen am Boden kuscheln konnten, wollte meine Tochter ausschließlich getragen werden. Mein Kind hat sich auch von niemand anderem auf den Arm nehmen lassen. Ich war also mehr als 12 Stunden am Tag gefragt und zwar non-stop. Inzwischen wird es zwar besser, aber nach wie vor ist hier tagsüber sehr viel Action und so bald ich mich weiter als zwei Meter entferne wird lautstark protestiert.
Ich bin wirklich dankbar, dass mein Kind nachts bereits gut zehn Stunden schläft, aber ich bin auch neidisch auf die Mütter, deren Kinder problemlos auch mal eine halbe Stunde bei Oma auf dem Arm bleiben. Trotzdem käme mir nie in den Sinn deswegen die andere gleich anzugreifen oder zu verurteilen. Geht das nicht alles mit ein bisschen mehr Toleranz?

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