Geburt und was dann?

Seit ich Anfang des Jahres von meiner Schwangerschaft erfahren habe, war klar, dass mein Leben sich grundlegend ändern wird. Und natürlich hat sich seitdem auch schon vieles verändert. Angefangen von meinem Körper bis hin zu unserer Wohnung, eben einfach mein ganzes Leben. Und trotzdem fühle ich mich wie auf einer Wartebank.

Als feststand, dass wir ein Novemberbaby bekommen, war das erstmal ziemlich weit weg und trotzdem so ein Fixpunkt. Seit Februar dreht sich alles darum was bis zu diesem Zeitpunkt alles noch gemacht werden muss, besorgt werden muss, … Und immer hatten wir den Eindruck, dass noch ewig Zeit ist. Doch so langsam wird klar: Es ist überhaupt nicht mehr viel Zeit!
Keine zwei Monate mehr und unser Leben wird sich schlagartig ändern.
Mein Mann nimmt das mit einer Gelassenheit, die mich hin und wieder auf die Palme bringt. Alle meine Fragen, Gedanken und Pläne nimmt er zwar lächelnd entgegen, gefolgt jedoch von seinem Motto: Wozu Pläne machen für Dinge die eventuell gar nicht eintreten. Sprich: Abwarten was da kommt und dann darauf reagieren. Und das ist so ein bisschen das komplette Gegenteil von dem, was ich tue. Ich zerbreche mir nämlich am laufenden Band den Kopf darüber wie es wohl sein wird, was ich mache wenn der und der Fall eintritt usw. Manchmal ist es ganz gut, wenn er mich mit seiner Gelassenheit wieder erdet und beruhigt, aber hin und wieder wünschte ich, er würde meine Sorgen teilen.

Vorallem, weil es da diese Sorgen gibt, über die man als überglückliche, strahlende Schwangere und Mama in Spe eigentlich nicht redet: Wie geht es danach mit MIR als Individuum weiter? Klar werde ich in erster Linie dann Mutter sein und ich freue mich auch ehrlich auf diese Aufgabe. Aber ist das alles?
Da wäre zum einen noch mein Studium, das ich auf jeden Fall abschließen möchte. Wie es danach beruflich weiter geht war schon vor meiner Schwangerschaft ein großes Fragezeichen. Das hat sich jetzt nicht gerade geändert, ist eher noch ein bisschen größer geworden. Aber das ist irgendwie okay und bereitet mir nicht allzu viele Sorgen. In dieser Hinsicht bin ich Optimist, irgendetwas wird sich finden.
Aber was ist mit meiner Persönlichkeit, mit den Zielen die ich vor der Schwangerschaft hatte? Inzwischen sind doch schon einige in meinem Bekanntenkreis Mutter geworden und ich habe ihren Werdegang gebannt verfolgt. Erschreckenderweise habe ich festgestellt, dass das Vorurteil einer sich gehen lassenden Mutter doch öfter bewahrheitet hat. Wird mir das auch passieren? Wird mein Interesse an Mode und schönen Dingen wegfallen? Werde ich meinen Vorsatz nur noch qualitativ hochwertgie Klamotten zu kaufen wieder über Bord werfen?
Und wie sieht das mit meinem Körper aus? Vor der Schwangerschaft hatte ich gerade angefangen rumzuprobieren was Ernährung und Sport betrifft. Eigentlich wollte ich an den Zielen festhalten, aber werde ich das auch schaffen, trotz Baby?

Vielleicht mache ich mir auch umsonst sorgen. Vielleicht ist ein Kind gerade der Ansporn den ich brauche um mein Leben in die gewünschte Richtung zu ändern. Letztendlich werde ich das erst sagen können, wenn die Kleine dann da ist und sich unser Leben wieder neu eingespielt hat.
Trotzdem kreisen diese Gedanken immer wieder in meinem Kopf, machen mich manchmal glücklich, manchmal melancholisch-nachdenklich und manchmal eben auch ängstlich.

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