Bin das noch „Ich“?

Dass eine Schwangerschaft eine große Veränderung ist, war mir eigentlich schon von Anfang an klar. Aber was das wirklich heißt, ist mir erst jetzt, im 7. Monat, bewusst. Und ich bin mir auch bewusst, dass das noch nicht lange alles war.
Trotzdem frage ich mich manchmal, ob diese Person, die ein kleines Leben in sich trägt, wirklich noch ich bin.
Das fängt an wenn ich mich im Spiegel betrachte und staune wie sehr sich auch mein Körper verändert hat. Der Bauch ist zwar noch nicht rießig, aber dennoch schon deutlich erkennbar. Viele meiner Klamotten passen mir beim Besten willen nicht mehr, was mich manchmal ziemlich nervt. Der Hosenkauf, der auch sonst eher mein persönlicher Horror ist, gestaltet sich noch schwieriger, so dass ich inzwischen vermehrt auf Kleider zurückgreife (ich, die eigentlich Kleider nicht so gerne trägt!). Auch meine Brüste haben sich verändert. Klar ist es toll, dass sie voller geworden sind, aber sie sind eben auch empfindlicher. Die meisten meiner BHs kann ich nicht mehr tragen, da sie entweder zu klein sind oder nur noch kneifen. Ich suche nun schon seit Wochen nach einem gut sitzenden, nicht kneifenden BH ohne Bügel (weil die besonders kneifen). Erfolglos, was mich deprimiert. Auch meine liebste Schlafposition, auf dem Bauch, geht gar nicht mehr. Schuhebinden, Emma ihr Halsband anziehen, nach der Wäsche bücken … alles etwas schwieriger.
Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Körper, besonders jetzt. Wenn ich mein Babybäuchlein im Spiegel sehe kann ich nicht anders als Lächeln. Schließlich passiert da ein kleines Wunder in mir!
Aber auch seelisch tut sich einiges. Die Schwangerschaftshormone machen ganz schön Choas. Manchmal erschrecke ich selber, wie giftig und verständnislos ich reagiere. Andererseits ruhe ich aber auch irgendwie in mir, so dass einige Sachen, die mich vorher sehr beschäftigten jetzt keine große Rolle mehr spielen. Auch der viel grühmte Nestbautrieb tut schon seine Wirkung. Eher untypisch für mich wird Ordnung und Sauberkeit immer wichtiger. Meine Prioritäten haben sich geändert und auch die ein oder andere Einstellung wackelt.
Meine Gedanken kreisen immer wieder darum wie es wohl mit einem Kind sein wird. „Funktioniert“ unser Leben dann noch wie bisher? Kann ich alle meine Wünsche umsetzten? Werde ich eine gute Mutter? Ich weiß, dass es darauf keine Antwort gibt und ganz sicher sowieso alles anders kommen wird als ich es mir jetzt alles ausmale. Und trotzdem lassen sich die Fragen und Gedanken nicht verscheuchen.
Tja und die größte aller Fragen, lässt sich wahrscheinlich erstmal eine ganze Weile noch nicht abschließend beurteilen:
„Bin das noch Ich? So wie ich mich kenne, so wie ich bisher war?“

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