Windlichter aus Lebkuchenteig und Bonbons

Unglaublich, die Weihnachtszeit steht schon wieder vor der Tür! Einerseits habe ich das Gefühl, dass die Zeit nur so dahin rennt, so dass ich am liebsten die Pausentaste drücken würde um auch mental hinter diesem Jahr her zu kommen. Aber andererseits freue ich mich total auf die Weihnachtszeit und all den Zauber den sie mit sich bringt.
Um uns schon mal etwas einzustimmen habe ich mit Sophia eine Idee umgesetzt, die ich letztes Jahr bei der lieben Caro (alias Naturmama) entdeckt habe: Lebkuchenhäuser und Anhänger mit wunderbar leuchtend bunten Fenstern!

Ich muss ja zugeben, Lebkuchen ist nicht so mein Fall (geschmacklich). Aber die Häuser aus Lebkuchen zur Weihnachtszeit fand ich schon immer schön anzusehen und auch wenn ich sie nicht esse, so gehört der Geruch ja doch irgendwie zu Weihnachten dazu. Daher habe ich letztes Jahr beim Möbelschweden einen Bausatz für ein Lebkuchenhaus mitgenommen, das man nur noch zusammenkleben und verzieren musste. War auch ganz nett, aber wenn ich ehrlich bin nicht unbedingt erfüllend. Als ich dann letztes Jahr die schönen Häuser auf dem Naturkinderblog gesehen habe, wollte ich unbedingt probieren ein Lebkuchenhaus zu machen.
So habe ich an einem Vormittag, als Sophia im Kindergarten war, den Teig vorbereitet, der dann zwei Tage ruhen durfte. Ich habe für den Teig das Rezept genommen, dass Caro so lieb auf ihrem Blog geteilt hat (hier nochmal). Sie schreibt, dass sie meist gleich die doppelte Menge macht, da ich aber null Erfahrung mit Lebkuchenteig hatte habe ich die einfache Menge zusammengerührt und ich muss sagen, für meine Zwecke hat er dicke gelangt.
Nach den zwei Tagen Ruhen haben Sophia und ich uns an die Verarbeitung des Teiges gemacht und ich musste erstmal ein Gefühl für den Teig bekommen, der beim Ausrollen wirklich noch viel Mehl vertragen hat. Dann aber ließ er sich wunderbar dünn ausrollen (aber Achtung! Nicht zu dünn!). Im Vorfeld hatte ich überlegt was genau für Häuschen ich machen möchte und bin auf die Idee gekommen die Häuser zu einem Windlicht umzufunktionieren. Es sollte eine Bodenplatte werden auf die drei (Häuser-)Seiten gesetzt werden. Ich habe mir aus Papier erstmal ein Quadrat (ca. 11x11cm) ausgeschnitten, das als Grundform diente. Während ich also die vier Teile für das Windlicht aus dem Teig schnitt (1x Bodenplatte, 3x Häuserseiten, also das Grundquadrat plus Dach drauf), durfte Sophia Sterne ausstechen und während ich die Fenster in die Häuser schnitt stach sie aus den Sternen nochmal kleinere Sterne aus. Nach den Teilen für das erste Haus sind für die beiden weiteren irgendwie statt Häuserfassaden, die einer Kathedrale entstanden und ich bin ehrlich gesagt total verliebt darin!
Nun kam aber, wie Sophia behaupten würde, der Beste Teil … in die Fenster der Häuser/Kathedralen und in die inneren Sterne legten wir Bonbons (ganz einfache, ohne irgendwelche Füllung). Sophia war total begeistert, dass sie die ganze Packung (ja wir haben die ganze Packung gebraucht und hätten auch noch eine weitere gebrauchen können) auspacken durfte, jedes einzelne Bonbon aus dem Papier befreien und dann farblich passend in die Fenster und Sterne verteilen durfte. Natürlich ist das ein oder andere Bonbon auch in den Mund gewandert oder auch einfach nur mal angeschleckt worden. Aber das Kind war selig und alle Fenster befüllt. Als wir das erste fertige Blech in den Ofen schoben, fragt sie noch besorgt, ob die Bonbons denn nun wegschmelzen würden … aber das Ergebnis hat ihr dann doch sehr gefallen und stolz war sie!

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Die vier Teile für das Windlicht und ein Stern, fertig mit Bonbons bestückt.

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Meer aus mit Bonbons gefüllten Sternen

Neben den Häusern sind zahlreiche Anhänger entstanden (die Löcher für die Schnur zum Aufhängen müssen unbedingt vor dem Backen reingemacht werden!) und weil dann immer noch Teig übrig war haben wir einfach ganz normale Plätzchen ausgestanzt. Die wurden natürlich auch ausgiebig probiert und sogar für gut befunden! Und auch wenn ich keine Lebkuchen mag, musste ich doch mal probieren. Was soll ich sagen, es ist nach wie vor nicht mein Geschmack, aber die Plätzchen war wirklich gut und haben eine schöne Konsistenz. Ich kann euch ein Nachmachen nur empfehlen! Und auch das Windlicht ist wirklich wunderschön geworden und leuchtet jeden Abend!

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Die Teile des Windlichts mit den fertigen Scheiben.

Die Teile des Windlichts habe ich übrigens mit einer Masse aus Puderzucker und Eiweiß zusammengeklebt. Dafür einfach 250g Puderzucker mit einem Eiweiß vermischen bis eine klebrige Masse entstanden ist. Ich hab diese dann in eine Spritztülle gefüllt und konnte so die Teile gut zusammen kleben.

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Windlicht in Aktion!

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Die fertigen Sternanhänger …

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… machen sich wunderbar als Dekoration an den Zweigen.

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PuppenMITmacherei 2017 – Gestaltung von Gesicht, Haaren und Details

Ich muss ja sagen, dass dieser Schritt mein Lieblingsschritt beim Puppenmachen ist, aber auch einer, bei dem ich sehr aufgeregt bin. Schließlich bekommt die Puppe nun ihren ganz eigenen Charakter! Auf jeden Fall habe ich aus dem letzten Jahr gelernt und mir eine Puppennadel besorgt. Sie hat die Arbeit wirklich vereinfacht!

Die Position der Augen und des Mundes waren auf Anhieb gefunden, die Nase hatte ich bereits vor dem Beziehen des Kopfes mit dem Trikotstoff positioniert und herausgearbeitet. Kurz überlegte ich, ob der Puppenjunge auch Ohren bekommen soll, aber entschied mich dann dagegen. Letztendlich bin ich da doch sehr Waldorf zugetan und empfinde Weniger als Mehr. Dafür gab es statt der Ohren einen dezent angedeuteten Bauchnabel. Ein kleines und geheimnisvolles Detail, das nur erscheint wenn man die Puppe auszieht. Meine Tochter ist davon ganz fasziniert, was ich so zauberhaft finde, dass es diesmal wieder einen gab.
Auch bei den Haaren überlegte ich nicht lange, von Anfang an hatte ich das Bild eines blonden Struwwelpeters vor mir. Also häkelte ich aus der hellblonden Puppenhaarwolle ein Käppchen, in das ich dann ca. 2 cm lange Strähnen knüpfte. Ich setzte sie bewusst nicht sehr dicht, so dass eine kecke Frisur entstand, wie frisch aus dem Bett gehüpft!

Der letzte Schritt war wieder das röten der Wangen und der kleine Puppenjunge an sich war fertig. Ein wirklich besonderer Moment, in dem man sein Werk erstmal in Gänze bewundern kann, prüfen ob die anfänglichen Vorstellungen umgesetzt worden sind und staunen was für eine Besonderheit man geschaffen hat.
Da diese Puppe ja für den kleinen Sohn meiner Cousine bestimmt war, musste ich sie leider wieder in den Schrank packen, um sie vor den neugierigen Händen meiner Tochter zu schützen. Meine kleine Puppenmama hätte sie nur zu gerne adoptiert.

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Der fertige Puppenjunge.

Das Gefühl nicht zu genügen.

Ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben, das mich nun schon lange quält. Es geht um das Gefühl nicht zu genügen, die Ansprüche nicht (mehr?) erfüllen zu können. Es sind die Ansprüche an eine moderne Frau, die schwer auf mir lasten.

Ich soll eine gute Mutter sein, die möglichst viel Zeit mit ihrem Kind verbringt, viel bastelt und möglichst alles selbst macht. Ich soll auch eine gute Ehefrau sein, die nicht nur den Haushalt schmeißt, sondern auch für ihren Mann da ist. Und ich soll auch (in meinem Fall) einen sehr guten Abschluss machen und am Besten nebenbei in Form von Minijobs und Praktika erste Berufserfahrungen sammeln und die Weichen für meine spätere Karriere stellen. Eigentlich sollte ich mir sogar ein Beispiel an all den anderen Frauen nehmen, die „nebenbei“ ihr eigenes Unternehmen aufziehen und zum Erfolg führen.
Irgendwie hatte ich mir das ja selbst auch so vorgestellt, schließlich sieht das bei anderen so leicht aus (ich sag nur Instagram, etc.). Und weil das eben bei anderen so leicht aussieht wurde mein schlechtes Gewissen und das Gefühl nicht zu genügen immer größer. Da nutzte es auch nichts mir vor Augen zu führen, was ich eigentlich wirklich leiste: Kind, Haushalt, Studium und zwei Jobs!

Das Gefühl, dass mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt ist mein täglicher Begleiter geworden. Genauso wie das schlechte Gewissen wenn ich mich abends auf das Sofa setzte anstatt etwas für die Uni zu lernen, den Haufen Dreckwäsche in die Waschmaschine zu stopfen oder die frisch gewaschene Wäsche zu bügeln. Klar setzte ich mich auch am Abend hin und bereite Referate für die Uni vor oder räume noch die Wohnung auf. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich abends oft geschafft und nicht mehr wirklich fähig konzentriert wissenschaftliche Texte zu lesen oder gar selbst zu schreiben. Das Schlimmste aber ist, dass mir bis vor Kurzem gar nicht bewusst war, dass das alles doch irgendwie zu viel ist. Oder besser gesagt: ich traute mich nicht, es mir einzugestehen, denn schließlich schaffen das andere mit links.

Letztendlich hat es mehrere Weckrufe gebraucht, bis ich verstanden habe, dass ich eben zu den Frauen gehöre, die das mit Karriere und Kind nicht mit links wuppen. Oder um es mit den Worten meiner Mitmenschen zu sagen: Ich bin nicht belastbar. Unter Druck werden meine Leistungen nicht besser, sondern schlechter.
Ehrlich gesagt je mehr ich darüber nachdenken, desto sicherer bin ich mir: Ich möchte das auch nicht mehr! Ich möchte nicht mehr, dass es mir schlecht wird sobald ich darüber nachdenken, was ich eigentlich alles tun muss. Ich möchte nicht mehr abends mit schlechtem Gewissen dasitzen und das Gefühl haben keinem gerecht geworden zu sein. Ich möchte nicht mehr den Ansprüchen anderer gerecht werden müssen, sondern erstmal herausfinden was eigentlich meine eigenen Ansprüche an mich sind.

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Das Alte Rathaus in Bamberg in genau diesem trüben Nebel, der zur Zeit auch meine Gefühle umhüllt.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin der es so geht. Die Emanzipation der Frau, das Streben, dass eine Frau alles erreichen kann, hat nicht nur Gutes gebracht, sondern auch einen enormen Druck auf meine Generation Frau aufgebaut. Aus dem Kann ist ein Muss geworden. Das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe. Eine Frau, die es nicht schafft Kind und Karriere gleichzeitig zu händeln wird als gescheitert angesehen. Entscheidet sich eine Frau (also eigentlich ist es ja die Familie) für das „altmodische, konservative“ Modell, indem sie Zuhause bleibt und sich um Haushalt und Kind kümmert und der Mann sorgt für den finanziellen Aspekt, darf sie sich Kommentare wie: „Und was machst du sonst so den ganzen Tag?“, „Hast du da kein schlechtes Gewissen deinem Mann so auf der Tasche zu liegen?“ und Ähnliches anhören. Und das nicht nur von Fremden, sondern auch von guten Bekannten.

Mich macht das traurig, aber auch sauer. Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mich in den Arm nimmt und sagt, dass es nicht so schlimm ist eben nicht alles zu können. Dass es auch okay ist erstmal für das Kind da zu sein und später meinen beruflichen Werdegang zu finden. Stattdessen gab es immer wieder Gespräche in denen mir vermittelt wurde, dass ich mich jetzt zusammen nehmen müsse, dass ich daran arbeiten müsse. Kurz, dass ich nicht genüge.
Zum Glück habe ich einen Mann, der mir ohne viele Worte zu verstehen gibt, dass es okay ist, wie ich bin. Für den es nie ein Thema war, dass er der Alleinverdiener ist und durchaus sieht und würdigt, dass ich meinen Teil dazu beitrage indem ich mich um den Haushalt und das Kind kümmere. Das ist mein großes Glück und ich bin ihm sehr, sehr dankbar dafür!

Ich würde mir wünschen, dass endlich die viel gepredigte Toleranz gelebt wird und Familien in denen, aus was für Gründen auch immer, die Frau Zuhause bleibt und nicht Karriere macht genauso angesehen werden wie die, in denen beide voll Arbeiten gehen. Wir alle tragen auf die ein oder andere Weise etwas zum Familienleben bei!
Daher bitte ich euch, denkt darüber nach was ihr zu euren Freundinnen / Bekannten sagt. Vielleicht bräuchten sie statt noch einem blöden Spruch alla „und was machst du sonst so den ganzen Tag“ einfach mal eine Umarmung und ein „du bist gut so wie du bist!“.

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PuppenMITmacherei 2017 – Herstellung von Kopf und Körper

Gefühlt ewig lag das Puppenmaterial herum bis ich endlich Zeit und Muße hatte mich der Entstehung einer Puppe zu widmen. Eine Puppe herzustellen ist etwas das man nicht einfach so nebenbei macht, wie z.B. etwas zu stricken. Das tu ich oft abends neben dem Fernsehen oder beim gemütlichen Zusammensitzen mit Freunden. Eine Puppe erfordert wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Nicht nur um es „gut“ zu machen, sondern vor allem um wirklich sein Herz hinein zu legen und so der Puppe Lebendigkeit zu verleihen. So hat es diesmal etwas länger gedauert bis ich mich dran gemacht habe, denn auch wenn ich immer wieder mal Zeit gehabt hätte, war in mir zu viel Unruhe.

Begonnen habe ich dann erstmal mit dem Zuschneiden der Trikot-Teile. Das war flott gemacht. Aber das Gefühl passte immer noch nicht, daher blieben die Stücke erst noch eine Weile liegen. Aber eines abends hatte ich so Lust darauf dieses Projekt jetzt endlich in Angriff zu nehmen, dass ich die Wolle herauskramte und begann den Kopf zu formen. Es fiel mir erstaunlich leicht, genauso wie das vorläufige Platzieren von Augen und Mund. Lediglich die Nase machte mir etwas Schwierigkeiten.
Ein paar Tage später, als meine Tochter bei ihrer Oma war, setzte ich mich an die Nähmaschine und nähte den Körper. Das Stopfen der Beine dauerte etwas länger, denn irgendwie fand ich die richtige Fülle nicht so recht und auch das Abnähen der Beine vom Oberkörper bedurfte einiger Anläufe. Da ich die Puppe ja verschenken möchte, sollten die Nähte wirklich gut sitzen und halten. Das gleiche galt für das Annähen der Arme. Wie bei unserer Maxi klappte das Annähen des ersten Armes super, mit dem zweiten ärgerte ich mich dann eine Weile herum. Das ist dann auch ein Punkt, an dem ich alles für ein paar Tage beiseite lege, bis mein Ärger über mich selbst verraucht ist und ich mit neuer Geduld wieder ans Werk gehen kann.
Und dann endlich werden Kopf und Körper vereint. Eigentlich eine etwas pfrimelige Aufgabe, aber erstaunlicherweise eine die mich sehr erfüllt. Es ist einfach so schön dann die fast fertige Puppe in den Händen zu halten. Endlich sieht man ob das alles so zusammen harmoniert und man kann sich die fertige Puppe noch besser vorstellen.

#wenigerundwertvoll – Gedanken

Ich muss euch von meinem Wochenende erzählen. Eigentlich war es kein spektakuläres, es war eher eines wie jedes andere auch, aber es hat mich zum Nachdenken gebracht.
Wir, also mein Mann und ich, hatten uns aufgerafft und all die vielen Kindersachen und Kinderkleidung, die sich seit Sophias Geburt so angesammelt haben und nicht mehr gebraucht werden, zusammen zu suchen um sie auf einem Flohmarkt hier bei uns im Städtchen zu verkaufen. Ich habe alles sortiert, gewaschen, gebügelt (und auch etwas in Erinnerungen geschwelgt) und in eine Liste geschrieben um für den Flohmarkt gut gewappnet zu sein. Eigentlich war ich guten Mutes, denn der Gedanke, dass diese Dinge noch einmal Verwendung finden ist doch ein sehr schöner. Aber als wir unseren Flohmarktstand aufgebaut hatten und ich durch die Reihen gegangen bin, um einfach etwas zu schauen, bin ich erschrocken. Diese Masse an Sachen, Kleidung die nur wenige Zeit getragen worden war, Plastikspielzeug kreischend bunt … mir war richtig schlecht. Wie gesagt, eigentlich ist es ja schön, dass diese Sachen weiter gegeben werden, aber diese Masse … . Das Schlimmste ist jedoch, dass die meisten Käufer all diese Sachen anscheinend gar nicht zu schätzen wissen. Es kommt nur drauf an möglichst wenig Geld auszugeben. Versteht mich nicht falsch, ich mache auch gerne Schnäppchen und handle auf dem Flohmarkt. Dennoch würdige ich das Gekaufte, indem ich mich bei jedem Tragen darüber freue und diese Dinge besonders pfleglich behandle. Aber an diesem Flohmarkttag schienen ausschließlich Leute da zu sein, denen oberste Priorität es war möglichst kein Geld auszugeben, egal was sie dafür bekommen.

Mich hat das das ganze Wochenende lang beschäftigt, also eigentlich grübel ich immer noch. Denn ich möchte dazu nicht länger beitragen. Das sagt sich so leicht. In meinem Herz ist dieser Entschluss schon lange gefasst, aber diesem Konsum („ach das kostet nur 2€, das nehme ich mit, macht ja für diesen Preis nichts, wenn es gleich kaputt ist oder von zweifelhafter Qualität, dafür ist es günstig“) zu entkommen ist wirklich nicht einfach. Daher überlege ich schon seit Tagen, wie ich in Zukunft mit diesem Thema umgehen möchte.
Auf Instagram bin ich passender Weise über den Hashtag #wenigerundwertvoll gestolpert, den die liebe Jule, Hebammezauberschön, ins Leben gerufen hat. Ich folge ihr schon eine ganze Weile und sie ist wirklich eine Bereicherung! Gerade dieses Projekt, das dazu aufruft bewusster und vielleicht auch ein bisschen nachhaltiger Kindersachen zu konsumieren, spricht mir gerade so aus dem Herzen! Ich bin einfach im passenden Moment wieder, ja wieder denn eigentlich hatte ich das aufmerksam verfolgt und nur gar nicht mehr daran gedacht, darüber gestolpert. Daher möchte ich mich ab heute ganz offiziell zum #teamwenigerundwertvoll zählen und habe mir ein paar Dinge für die Zukunft vorgenommen.

Ich möchte zukünftig:

  • hochwertige Kleidung kaufen, aus natürlichen Stoffen (also Polyester und Co. so gut es geht vermeiden).
  • mehr kleine Labels, die Regional produzieren unterstützen.
  • insgesamt weniger kaufen.
  • mehr selbst machen (ich stricke ja schon sehr viel und ich muss sagen das würdigt man doch nochmal ganz anders).
  • weiterhin Plastikspielzeug vermeiden (es wird sicherlich weiterhin Ausnahmen geben, wie z.B. Lego).
  • bewusster kaufen. Mich also fragen, ob wir das jetzt wirklich brauchen, wie lange Sophia etwas davon hat und ob es vielleicht nicht eine Alternative gibt, die uns länger begleiten kann.
  • die Sachen, die nicht mehr passen oder für die Sophia zu groß geworden ist an Menschen geben, die diese Sachen weiterhin zu schätzen wissen.

Wenn ihr neugierig seid was es genau mit diesem Hashtag auf sich hat, dann schaut doch mal hier. Ist es wirklich eine wunderbare Sache! Und ich denke, dass auch der kleinste Schritt viel ausmacht. Ich möchte mich auf jeden Fall in Zukunft bemühen einen kleinen Teil dazu beizutragen und ich denke ich werde hier sicher von dem ein oder anderen Erfolg (oder auch Rückschlag) berichten.
Wie haltet ihr das denn mit den ganzen aussortierten Sachen? Geht ihr auch auf Flohmärkte oder gebt ihr es an Bekannte weiter?

PuppenMITmacherei 2017 – Vorbereitung und Material

Puhh fast hätte ich es verschwitzt! Bevor morgen schon der nächste Beitrag fällig ist, möchte ich noch etwas zur Vorbereitung und dem Material meiner Puppe schreiben.
Ich erwähnte ja bereits, dass ich eine relativ konkrete Vorstellung der Puppe habe. Es soll eine ganz klassische Waldorfpuppe werden, wieder in der kleinen Variante, also 30 cm groß. Erst habe ich kurz überlegt nochmal eine Baby-Twink zu fertigen, aber vom Gefühl her passt das nicht zu dem kleinen Mann für den die Puppe gedacht ist. Daher habe ich mich dieses Mal für die Anleitung Mitzi von Mariengold entscheiden. Ich kam letztes Mal mit der Anleitung von Mariengold super zurecht, alles ist schon bebildert und genau erklärt! Nur das Material habe ich woanders bestellt und zwar bei Wollknoll.

Es ist ein leichter und ein schwerer Puppentrikot in der Farbe „Haut Natur“ geworden, sowie Puppenhaar in der Farbe „natural blonde“, also einem sehr hellen blond. Außerdem habe ich gleich noch Abbindegarn, Nähfaden, Wirkschlauch UND eine Puppennadel mit bestellt. Ich habe mich das letzte Mal so geärgert keine Puppennadel zu haben und da das sicher nicht die letzte Puppe ist war das eine sehr sinnvolle Anschaffung. Füllmaterial habe ich noch ausreichend da.
Da habe ich auch meine Nähmaschine, diverse Nähnadeln, Schere, Häkelnadel, Stecknadeln und Stickgarn. Und irgendwo müsste auch noch ein Wachsmalstift für ein bisschen Wangenrot zu finden sein. Also alles da! Ich freu mich schon wirklich sehr loszulegen und einen kleinen Puppenmann zum Leben zu erwecken!

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Ein Teil des Materials.


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Strickliebe! – Eine neue Kategorie und erste Projekte

Ein Thema das hier am Blog bisher nur am Rand gestreift worden ist, ist meine Strickliebe. Ich habe sie erst ganz spät entdeckt, nämlich zu Anfang meines Studiums, als ich in meiner ersten eigenen Wohnung saß und an den Abenden eine Beschäftigung brauchte. Und spätestens seit meiner Schwangerschaft ist es ganz und gar um mich geschehen! Es gibt kaum einen Abends an dem ich nicht etwas stricke oder häkel. Das Meiste das entsteht ist für meine Tochter, eher selten sind es Stücke für mich oder jemand anderen. Daher habe ich mir überlegt hier auf dem Blog immer wieder mal Projekte vorzustellen.

Den Anfang machen auch gleich drei Projekte, die erst vor ein paar Tagen von den Nadeln gehüpft sind. In unserem Bekanntenkreis ist dieses Jahr ein kleiner Babyboom und ich dachte mir, dass so etwas Selbstgestricktes doch ein wunderschönes Geburtsgeschenk ist! Zumal ich auf das Buch von Klompelompe gestoßen bin, das voll ist mit zuckersüßen Anleitungen. Am liebsten würde ich sie alle stricken! Es sind sowohl Projekte für die Allerkleinsten dabei, als auch für schon größere Kindern. Es gibt sogar zwei, drei Projekte für Erwachsene. Also wirklich eine dicke Empfehlung das Buch!
Auf jeden Fall habe ich schon einige Projekte daraus gestrickt und eben besagte drei, die ich euch gerne genauer vorstellen will. Alle drei sind für einen kleinen Babyjungen entstanden.

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Spielhöschen Goldkind
Die Anleitung ist in den Größen 0-3 / 3-6 / 6-12 und 12-18 Monaten.
Gestrickt wird mit einer 4er Nadel.
Als Garn ist das Drops Merino Extra Fine angegeben, ich habe aber ein leichteres Baumwollgarn von Lana Grossa genommen: Elastico (96% Baumwolle, 4% Polyester, LL 160m/50g) in der Farbe 075 (Schnur 012).
Gestrickt wird von oben nach unten in einem. Man fängt mit den Trägern in Reihen an, strickt dann den Latz und geht dann über zum Höschen, das dann in Runden gestrickt wird. Zum Schluss gibt es dann noch die Schnur, die ganz easy und schnell gestrickt ist.

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Jacke Süßer Fratz
Diese Anleitung ist in den Größen 0-3 / 6-12 und 18-24 Monaten.
Gestrickt wird mit einer 3er Nadel.
Als Garn ist Drops Baby Merino angegeben, ich habe wieder Elastico von Lana Grossa genommen, diesmal in der Farbe 012.
Auch diese Jacke wird in einem von oben nach unten gestrickt. Das Muster ist wirklich schön und leicht zu stricken.
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Kuscheldecke
Die fertige Decke hat ein Maß von ca. 65x80cm.
Gestrickt wird mit 4,5er Nadeln.
Als Garn wird im Buch Drops Merino Extra Fine vorgeschlagen, ich habe auf mein Lieblingsgarn von Lana Grossa zurückgegriffen: Cool Cool Big (100% Schurwolle Merino Extra Fine, LL 120m/50g) in der Farbe 939.
Das Muster ist einfach zu stricken und schön anzusehen, so dass sich die Decke schnell strickt.

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Was ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte! – Blogparade

Es ist schon wieder ein paar Tage her, dass ich auf die Blogparade von Munchkins Happy Place gestoßen bin. Sie hat gefragt was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben möchten, welche Werte, welche Erinnerungen.
Ich denke jede Mutter und jeder Vater möchte seinem Kind das Bestmögliche mit auf den Lebensweg geben. Eigenschaften und Werte die den Weg erleichtern und Stärke für das Kommende geben. Das passiert meist ganz automatisch ohne vorher explizit darüber nachgedacht zu haben. Es in Worte zu fassen, wirklich auf den Punkt gebracht, dazu musste ich doch ein bisschen nachdenken. Letztendlich haben sich eine Hand voll Dinge herauskristallisiert, die ich meiner Tochter gerne mitgeben möchte.

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Deine Eltern lieben dich – immer!!! Egal was passiert!
Das ist das Wichtigste was ich ihr mitgeben möchte. In unserer Gesellschaft gibt es kaum noch etwas bedingungslos. Ständig muss Leistung erbracht werden, muss sich darüber definiert werden was man alles macht und kann und gibt. Unsere Liebe als Eltern aber ist bedingungslos. Wir werden sie immer lieben, auch wenn wir mal mit ihr schimpfen,  mal sauer oder andere Meinung sind. Sie soll wissen, dass wir sie trotzdem immer lieben! Sie kann immer zu uns kommen und wir werden immer unser Mögliches tun um ihr zu helfen.

Habe Respekt!
Vor anderen Lebewesen, vor anderen Glaubenseinstellungen, vor der Umwelt, … Man muss nicht alles mögen und gutheißen, aber man muss Allem mit Respekt begegnen. Nur so ist ein Miteinander möglich und nur so kann man seinen eigenen Standpunkt finden ohne andere(s) in Mitleidenschaft zu ziehen.

Lebe!
Manchmal hat man das Gefühl keine Zeit zu haben oder seine Zeit für vernünftigere Dinge nutzen zu müssen und verpasst so die kleinen Momente, die einfach nur Spaß und glücklich machen. Meine Tochter soll lernen auch diese Momente zu schätzen und sie vor allem auch zuzulassen. Sie sind es die unsere Seele in schweren Zeiten wärmen und Zuversicht geben.

Karma, Baby!
Ich bin überzeugt davon, dass alles was wir in unserem Leben tun (oder auch lassen) in irgendeiner Weise zu uns zurück kommt. Neide ich anderen ihr Glück und wünsche ihnen Negatives, so werde auch ich kein Glück finden. Bin ich jedoch hilfsbereit und freundlich, so werde auch ich beides erfahren.

Menschenkenntnis.
Ich bin mir nicht sicher ob man das wirklich lernen kann, aber ich werde mein bestes geben um Sophia etwas Menschenkenntnis zu vermitteln. Es macht vieles einfacher im Leben, wenn man ein Gespür dafür hat wie man sein Gegenüber einzuschätzen hat und kann einen unter Umständen vor Enttäuschungen bewahren. Ich hoffe sehr, dass sie lernt ihrem Gespür zu vertrauen und trotzdem Vorurteilsfrei an alle Menschen heranzutreten.

Letztendlich können wir als Eltern nur durch gutes Beispiel heran gehen. Ich versuche Sophia oft zu erklären wie und warum ich die Dinge so sehe. Noch ist sie sicher zu klein um dies alles zu erfassen und zu verstehen, aber ich hoffe sehr, dass sie durch mein Vorbild (das nicht immer perfekt ist, aber ich bemühe mich wirklich) eine Idee von Moral, Liebe, Gerechtigkeit usw. bekommt und in ihr Leben hinaustragen kann.
Wie ist das bei euch, legt ihr da besonders Wert darauf? Welche Werte möchtet ihr euren Kindern unbedingt vermitteln? Wer noch an der Blogparade teilnehmen möchte findet alle Infos dazu hier.

„Schnulleralarm“ und „Ist Ida da?“ – Zwei Buchempfehlungen

Lange ist es her, dass ich eine Buchempfehlung hier auf den Blog gestellt habe. Das lag nicht daran, dass wir keine Bücher gelesen haben, sondern zum Einen einfach dass es viele schon sehr bekannte waren. Und zum Anderen war Sophia einfach noch nicht soweit wirklich konzentriert sich mit einer Geschichte zu beschäftigen. Sie hat zwar gerne ihre Bücher durchgeblättert, aber es ging eher darum die Bilder zu bestaunen. Seit ein paar Monaten jedoch interessiert sie sich auch für die Geschichten und möchte nun richtig vorgelesen bekommen. Wie gut, dass nicht nur ich gerne bei den Kinderbüchern stöbere, sondern auch die Oma! Denn die hat Sophia zwei wirklich tolle Bücher mitgebracht:

Maria Jönsson: „Schnulleralarm“.

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Der kleine Wolf Valdemar liebt seinen Schnuller, doch sein Papa ist auf einmal der Meinung, dass er keinen mehr bräuchte. Das findet Valdemar ziemlich doof. Nur gut, dass er noch ein paar versteckt hat. Doch eines Abends, als Valdemar auf seine kleine Schwester aufpasst, ist ihr Schnuller verschwunden und Linn hört nicht auf zu weinen. Valdemar bleibt nichts anderes übrig als seinen letzten Schnuller ihr zu geben und selbst  ohne sein geliebtes Stück einzuschlafen. Am nächsten Morgen glaubt der Vater, dass sich das Schnullerthema bei Valdemar erledigt hätte und er jetzt ein großer Wolf sei, doch Valdemar findet ein großer Wolf sollte selbst bestimmen wann er auf den Schnuller verzichtet … .
Sophia war sofort fasziniert von der Geschichte, denn der Schnullerverzicht war auch schon bei uns ein Thema und endete wie bei Valdemar damit, dass sie sich eben noch nicht ganz davon trennen kann. Sie fiebert richtig mit wenn Valdemar´s Vater den Schnuller entsorgt und schmatzt gleich erleichtert eine Runde mit, wenn der kleine Wolf doch noch einen Ersatz findet. Die Zeichnung sind wirklich sehr süß, der Text kurz gehalten, so dass er auch für unsere 2,5 jährige Tochter gut verständlich ist. Wirklich eine Empfehlung für Kinder, für die die Abgabe des Schnuller gerade zum Thema wird.

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Antonie Schneider, Julie Völk: „Ist Ida da?“

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Im Garten wird gewartet. Auf Ida. Die Tiere warten gespannt, denn ohne Ida ist es irgendwie langweilig. Doch der Postbote Otto bringt endlich die erlösende Nachricht: Ida ist bald da! Und als Ida endlich da ist freuen sich alle und im der Garten herrscht endlich Trubel.
Dieses Buch kommt mit sehr wenig Text aus. Der ist auch gar nicht nötig, denn die Illustrationen sind wirklich so süß detailhaft, dass weiterer Text einfach überflüssig wäre. Die Story ist wirklich einfach und für die Kleinen gut verständlich. Die Bilder laden zum intensiven betrachten ein, uns fällt jedes Mal eine neue Kleinigkeit auf wenn wir das Buch anschauen. Es sind auch gerade diese Kleinigkeiten, die es möglich machen zusätzlich zu der eigentlichen Geschichte noch kleine weitere dazu zu erfinden. Das begeistert Sophia immer wieder auf´s Neue! Ein Buch zum träumen, sowohl für Klein als auch Groß.

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PuppenMITmacherei 2017 – Ideensammlung

Manchmal ergeben sich ja Sachen, die man gar nicht fokussiert oder an die man nicht gerade denkt. So ist es mit der PuppenMITmacherei. Vor ein paar Wochen keimte in mir der Gedanke nochmals eine Puppe anzufertigen. Der Sohn meiner Großcousine feierte seinen ersten Geburtstag und ich fand die Idee ihm eine Puppe zu diesem zu schenken schön. Leider fehlte mir dann die Zeit. Da ich aber schon ein Bild dieser Puppe vor meinem inneren Auge hatte, habe ich das Projekt einfach etwas nach hinten verschoben. Und kurz nachdem ich mir wenigstens das Material schon mal bestellt hatte, erreichte mich die Ankündigung der diesjährigen PuppenMITmacherei. Also wird diese Puppe im Zuge dessen entstehen.

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Ideensammlung, Inspiration:

Wie schon erwähnt soll es diesmal wieder eine Puppe für eine bestimmte Person werden. Ich habe seit der letzten PuppenMITmacherei nicht nur weiterhin meine Tochter bei ihrem täglichen Spiel mit unserer Maxi (sie liebt die entstandene Puppe nach wie vor heiß und innig, was mich wirklich sehr glücklich macht) beobachtet und so noch etwas Input bekommen, sondern habe auch fleißig weiterhin mein Pinterestboard bestückt. Mein Kopf ist also voll mit Ideen wie eine weitere Puppe aussehen könnte.

Als ich meinen kleinen Vetter vor eine Weile mal wieder sah, schoss mir also direkt ein Bild einer möglichen Puppe vor mein inneres Auge. Eine klassische Waldorfpuppe mit blauen Augen und weiß-blonder Struppelmähne. Natürlich ein kleiner Junge, mit Pumphose, Hemd und Weste und eventuell einer Michelmütze. Ein sehr konkretes Bild also. Ob ich schaffen werde dem gerecht zu werden?
Einerseits bin ich sehr beschwingt von dieser konkreten Vorstellung, aber ich habe auch etwas Respekt davor das auch wirklich so umzusetzen. Zumal es ja diesmal keine Puppe für uns sein soll, sondern eine zum verschenken. Kleine Fehler, wie sie mir bei unserer Maxi passiert sind, möchte ich also unbedingt vermeiden.

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Anleitungen, Inspiration und unsere letztes Jahr entstandene Puppe „Maxi“

Ich freue mich schon sehr auf diese Herausforderung! Und darauf wieder eine Puppe fertigen zu dürfen. Es ist doch ein bisschen so wie Zaubern können …